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Universität Zürich Studiendekanat der Medizinischen Fakultät |
Bericht der Umfrage im Wintersemester 2002/2003
Veröffentlicht im Mai 2004
Kontakt:
Dr. Annette Langedijk
E-Learning-Koordinatorin
Medizinische Fakultät
Studiendekanat
Zürichbergstrasse 14
CH 8091 Zürich
Tel: +41-1-634 10 76
Fax: +41-1-634 10 88
E-Mail: info@vam.unizh.ch
Die strategische Weiterentwicklung von E-Learning an der Medizinischen Fakultät Zürich benötigt eine Reihe von Kenzahlen: Private Computer-Infrastruktur, Öffentliche Computer-Arbeitsplätze, Internet-Erfahrung, und Einstellung zu E-Learning. Daten lassen sich am unterschiedlicher Stelle erheben: Logfile Auswertungen, Planungsdaten oder Studentische Umfragen.
Die vorliegende Umfragestudie wurde im Wintersemester 2002/03 bei allen Zürcher Medizinstudierenden ab dem 3. Semester durchgeführt. Sie umfasste 18 Fragen zu den Themenbereichen Computerausstattung, Nutzungsgewohnheiten, Erfahrung sowie Einstellung bezüglich E-Learning. Die Papierfragebogen wurden persönlich mit Rückantwortcouvert versandt und mit einer Rücklaufquote von 45% (545/1201) zurückgeschickt.
96 % haben zu Hause Zugang zu einem Computer mit Internet-Anschluss, aber 2/3 davon bezahlen immer noch zeitabhängig und haben relativ langsame Leitungen (analog/ISDN).
Erst 29 % der Befragten haben zu Hause einen Breitband-Anschluss (ADSL/Cable).
10 % benutzen privat nicht Windows und 18 % benutzen nicht MS Internet Explorer als Browser.
45 % benutzen wöchentlich öffentliche Arbeitsplätze.
37 % der Betroffenen finden, am Campus Irchel habe es zuwenig Arbeitsplätze.
75 % beurteilen die Anzahl Arbeitsplätze Universitätsspital Zürich als ungenügend.
Am meisten vermisst werden neben lokal installierten Lernprogrammen und Nachschlagewerken Bildbearbeitungs- und Präsentations-Software.
95 % benutzen das Internet wöchentlich, 57% sogar täglich.
Mehr als 99 % sind per E-Mail erreichbar.
94 % verwenden medizinische Lernprogramme. Die "Virtuelle Ausbildungsplattform Medizin" (VAM) wurde von 90 % benutzt, am häufigsten in den Prüfungsjahren.
81 % finden E-Learning positiv, 70 % wollen keine Reduktion von Frontalvorlesungen zugunsten von E-Learning.
Die drei wichtigsten Stärken von E-Learning sind Zeitunabhängigkeit, Selbsttest-Möglichkeiten und druckbare (Vorlesungs-)Unterlagen, die grössten Schwächen das mühsame Lesen am Bildschirm, die befürchtete Reduktion der klinischen Lehrveranstaltungen mit Patienten, sowie der sozialen Kontakte.
Viele Studierende äussern den Wunsch nach gedruckten, ausformulierten Skripten. Druckbare Unterlagen werden als wichtiger Vorteil von E-Learning betrachtet.
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Für die strategische Weiterentwicklung von ICT-Projekten (Informations. und Kommunikations-Technologien) an der Medizinischen Fakultät - auch in bezug auf die Studienreform - sind die Internet-Erfahrung und die Einstellung der Studierenden zu E-Learning entscheidende Faktoren.
Für die technische Entwicklung von E-Learning-Projekten ist es wichtig zu wissen, welche private Computer-Infrastruktur die Studierenden haben, und wie sie die öffentlichen Computer-Arbeitsplätze an der Universität beurteilen.
An der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich waren zum Zeitpunkt der Umfrage (Wintersemester 2002/03) 21 E-Learning-Projekte in Entwicklung beziehungsweise im Einsatz; 11 Projekte sind finanziert durch das E-Learning Center (ehemals ICT-Fachstelle) der Universität Zürich, 10 durch Swiss Virtual Campus (SVC).
Die vorliegende Studie ist das Ergebnis einer Umfrage unter Zürcher Medizinstudierenden ab dem 3. Semester. Die Resultate werden allen medizinischen ICT-Projekten und der Medizinischen Fakultät zur Verfügung gestellt. Somit können sich die einzelnen Projekte in Zukunft bei ihren Evaluationen auf projekt-spezifische Fragen konzentrieren. Die Medizinische Fakultät kann diese Daten für die Umsetzung der ICT-Strategie nutzen. Regelmässige Wiederholungen der Umfrage sollen helfen Entwicklungstrends frühzeitig zu identifizieren.
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Die Resultate dieser Studie sollen dazu beitragen, die aktuellen und zukünftigen E-Learning-Projekte besser an die Bedürfnisse und technischen Voraussetzungen der Studierenden anzupassen, insbesondere in Bezug auf
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Ähnliche Umfragen bei Medizinstudierenden wurden in Bern 1999 (Frey), Leicester/England 2001 (Cann) und in Jena/Deutschland 2002 (Rosendahl) durchgeführt.
Zudem liegen den Autoren Daten von Umfragen am Anatomischen Institut der Universität Zürich vor zum Einsatz von Lern-CD-ROMs und zur privaten Computer-Infrastruktur (1999 und 2000).
Als weitere aktuelle Vergleichsdaten dienen die Erhebung einer Tageszeitung bei der gesamten Schweizer Bevölkerung (Zedi, 2003).
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Ein Fragebogen wurde zu Beginn des Wintersemesters 2002/03 per Post mit vorfrankiertem Antwort-Couvert an alle 1201 Medizinstudierenden der Universität Zürich ab dem 3. Semester verschickt (Studierenden Adressen bekommen von der Kanzlei, über die Studentendruckerei). Die Papierform wurde gewählt, um die Gefahr der Überrepräsentation von sehr versierten Nutzern und Unterrepräsentation von Computer-abgeneigten Studierenden bei Web-Umfragen ("Online-Bias") zu vermeiden.
Die Rücklaufquote betrug 45 % (n=545 Fragebogen).
Der Fragebogen bestand aus 18 geschlossenen und einer offenen Frage (Freitext-Antworten). Mehr als die Hälfte der antwortenden Studierenden nutzten die Gelegenheit, zusätzliche Erwartungen und Bedürfnisse zu äussern.
Die Datenerfassung und statistische Auswertung mit SPSS wurde durch die Firma LINK, Luzern, durchgeführt.
Finanziert wurde die Studie durch das Dekanat der Medizinischen Fakultät und durch Projektgelder des E-Learning Center (www.elc.unizh.ch, ehemals ICT-Fachstelle) der Universität Zürich.
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Die Resultate sind folgendermassen gegliedert:
Die wichtigsten Aussagen der Freitext-Antworten sind bei den jeweiligen Punkten aufgeführt.
Im folgenden werden unsere Daten ("Zürich, 2003") tabellarisch verglichen mit früheren Studien.
Die Rücklaufquote betrug 45 % (n = 545 Fragebogen).
Die Geschlechterverteilung entspricht genau dem Gesamtkollektiv der Medizinstudierenden an unserer Fakultät: 54 % weiblich, 46 % männlich (Angaben Kanzlei Universität Zürich, Wintersemester 2002/03).
Die für unser Studien-Design verhältnismässig hohe Rücklaufquote, die Vermeidung des "Online-Bias" und die genannte Geschlechterverteilung sind Hinweise, dass die Ergebnisse repräsentativ sind für die Medizinische Fakultät der Universität Zürich.
96 % haben zu Hause Zugang zu einem Computer (66 % haben einen eigenen, 30 % können einen Rechner in der Familie oder Wohngemeinschaft mitbenützen, siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Computer-Zugang zu Hause.
Die Zahl von Studierenden mit eigenem Computer nimmt mit der Studiendauer zu (von 59 auf 78 %) - ein Trend, der auch in Bern (1999) festgestellt wurde.
Praktisch alle Medizinstudierenden haben zu Hause Zugang zu einem Computer. Es darf aber nicht vergessen werden, dass 34 % der Studierenden keinen eigenen Computer besitzen und deshalb nicht zu jeder gewünschten Zeit am Computer lernen können.
Zürich, 2003: 96 % zu Hause Zugang (66 % eigener, 30 % fremder Computer).
Deutschland, 2002: 83 % eigener Computer.
Zürich, 2000: 83 % "eigener" Computer (Studienanfänger Medizin).
Bern, 1999: 87 % zu Hase Zugang (42 % eigener, 45 % fremder), 13 % kein Computer.
90 % der privat benutzten Rechner laufen unter Microsoft Windows, 8 % unter Mac OS (Apple Macintosh), und 2 % unter Linux (siehe Abbildung 2).

Abbildung 2: Privat benutztes Betriebssystem.
Das bedeutet, dass E-Learning-Programme plattformübergreifend funktionieren müssen und dass CD-ROMs als Hybrid-Versionen herzustellen sind.
Zürich, 2003: 90% Windows, 8% MacOS, 2% Linux.
Zürich, 2000: 91% Windows, 9% MacOS.
82 % benutzen privat als Browser den MS Internet Explorer, 9 % den veralteten Netscape Version 4.x, 7 % Mozilla oder Netscape Version 6/7, und 2 % benutzen andere Browser (Abbildung 3).

Abbildung 3: Privat benutzter Browser.
Für die Entwicklung von Webseiten bedeutet dies, dass sie standardkonform sein müssen, damit sie mit jedem gängigen Browser funktionieren.
Abbildung 4 zeigt, dass 96 % einen privaten Internet-Zugang haben; 47 % surfen mit einem analogen Modem, 20 % haben ISDN, und 29 % haben einen schnelleren Zugang (ADSL oder Kabelmodem). Diese "Highspeed" Technologien sind in den unteren Studienjahren stärker vertreten (40 % im 2. gegenüber 28 % im 6. Studienjahr).

Abbildung 4: Arten des privaten Internet-Zugangs.
Trotz des Trends zu Breitband-Technologien sollte nicht vergessen werden, dass 67 % (in Abbildung 1: analoges Modem und ISDN) noch immer langsame Verbindungen haben und zeitabhängig für den Internet-Zugang bezahlen. Daher sollten umfangreiche Datenmengen (z.B. grosse Videos, Bilder und PDF-Dokumente) auf dem Web vermieden werden und stattdessen auf CD-ROM abgegeben werden.
Der Schweizerische Lernzielkatalog beispielsweise (PDF, ca. 160 Seiten, ca. 900 kB) braucht mit einem analogen Modem ca. 3 Minuten zum Download.
Zürich, 2003: 96 % Internet-Zugang
Schweiz, 2003: 67 % der Bevölkerung haben Internet-Zugang zu Hause, davon ein Drittel einen schnellen Breitbandzugang (ADSL/Cable).
Deutschland, 2002: 90 % Internet-Zugang, 9.4 % ohne Internet-Zugang; 30.4% haben 64 kbit/s oder schneller (entspricht ISDN und ADSL/Cable).
Zürich, 2000: 88 % Internet-Zugang
Bern, 1999: 51.5 % Internet-Zugang
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Obwohl 96 % zu Hause Zugang zu einem Computer haben, geben 45 % an, dass sie mindestens 1 x pro Woche öffentliche Computer-Arbeitsplätze an der Universität bzw. am Universitäts-Spital benutzen (24 % mehrmals pro Woche, 21 % ca. 1 x pro Woche). Weitere 13 % brauchen diese Arbeitsplätze ca. 1 x pro Monat, während 42 % sagen, dass sie sie "(fast) nie" benutzen (siehe Abbildung 5).

Abbildung 5: Nutzung der öffentlichen Computer-Arbeitsplätze.
Zürich, 2003: 58 % nutzen die öffentlichen Computer-Arbeitsplätze, 45 % mindestens wöchentlich.
Deutschland, 2002: 50% nutzen Computer an der Universität.
Von den Antwortenden aus dem 1. und 2. Studienjahr ("Vorklinik") finden 56 %, dass das Angebot an der Universität Zürich-Irchel "gerade richtig" sei; 37 % finden, es gäbe dort zu wenig Arbeitsplätze, und 7 % sagen, es seien mehr Plätze vorhanden, als sie brauchen.
Von den Antwortenden aus dem 3. bis 6. Studienjahr ("Klinik") finden 24 % das Angebot am Universitätsspital Zürich "gerade richtig"; 75 % finden, es gäbe dort zu wenig Arbeitsplätze, und für 1 % sind mehr Plätze vorhanden, als sie brauchen.
Von den am meisten benutzten beziehungsweise vermissten Geräten und Programmen sind in den Tabellen 1 und 2 jeweils die drei meistgenannten aufgeführt.
Das am meisten genutzte Gerät ist eindeutig der Drucker. In den Freitext-Antworten werden günstigere Druckmöglichkeiten verlangt; zudem vermissen viele Studierende die Möglichkeit des Farbdruckens.
Obwohl in dieser Umfrage kein Unterschied zwischen Notebook- und Desktop-Rechnern erfragt wurde, zeigt die hohe Nutzung der Netzwerk-Kabelanschlüsse, dass viele Studierende ein eigenes Notebook besitzen und dieses auch an die Universität mitnehmen. In den Freitext-Antworten wurde Wireless LAN (WLAN) als effiziente Lösung zur Behebung des PC-Arbeitsplatz-Mangels vorgeschlagen.
Lokal installierte Lernprogramme und Nachschlagewerke werden einerseits oft benutzt, andererseits auch von vielen vermisst. Offenbar sind nicht alle gewünschten Programme an allen Rechnern verfügbar, was mit Hilfe eines CD-Servers leicht behoben werden könnte.
Neben der in Freitext-Antworten verlangten aktuellen Software werden vor allem Präsentations- und Bildbearbeitungs-Programme vermisst. Für eine kostengünstige Lösung könnten Freeware-Programme (wie z.B. OpenOffice) ins Auge gefasst werden.
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Am meisten benutzte Geräte und Infrastruktur: |
Am meisten vermisste Geräte und Infrastruktur: |
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Am meisten benutzte Anwendungen und Programme: |
Am meisten vermisste Anwendungen und Programme: |
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95 % nutzen das Internet mindestens 1x pro Woche. 57 % sogar täglich. Nur 0.4 % nutzen das Internet "1 - 2x pro Jahr oder nie" (Abbildung 6).

Abbildung 6: Häufigkeit der Internet-Nutzung
Zürich, 2003: 57 % benutzen das Internet täglich, 37 % mindestens wöchentlich, 2 % nie.
Deutschland, 2002: 89 % nutzen das Internet mindestens 1x in der Woche, 44 % täglich.
Bern, 1999: 52 % benutzen das Internet "häufig", 24 % "gelegentlich" und 24 % "selten/nie".
Mehr als 99 % benutzen E-Mail. Das E-Mail-System "UniAccess" der Universität Zürich wird von 31 % (21 - 40 %) benutzt; in den unteren Jahrgängen ist der Anteil am höchsten. Dank der Möglichkeit einer Umleitung auf eine private E-Mail-Adresse sind potentiell alle Studierenden über den einheitlichen UniAccess-Account erreichbar.
(Für alle immatrikulierten Studierenden und Mitarbeiter der
Universität Zürich wird automatisch ein kostenloses
E-Mail-Konto eingerichtet. Für weitere Details siehe
http://www.access.unizh.ch)
Dies bedeutet, dass die Medizinische Fakultät die UniAccess-E-Mail-Adresse als verbindlichen, kostengünstigen und zeiteffizienten Kommunikations-Kanal für Studienangelegenheiten einsetzen könnte, wie dies z.B. an der Universität Bern und an der ETH Zürich (Testat-Erteilung) schon länger der Fall ist.
(Forum Neue Bildungsmedien, ETH Zürich (21.01.2003): Präsentation "PBL, E-Learning und Medizinstudium in Bern" von Dr. med. Urusla Janosa-Dietrich, MME, Medizinische Fakultät, Universität Bern)
Zürich, 2003: 99 % der Medizinstudierenden nutzen E-Mail.
Deutschland, 2002: 89.0% der Medizinstudierenden nutzen regelmässig E-Mail.
England, 2001: 93 % der Befragten bejahten die Frage "Did you like the use of email support during the course?" gegenüber 70 % in 1999.
Am häufigsten verwendet werden medizinische CD-ROM Lernprogramme (80% der Studierenden); 73 % der Antwortenden haben die Virtuelle Ausbildungsplattform Medizin der Universität Zürich (VAM) schon verwendet, 51% benutzen (zusätzlich) andere Internetbasierte Lernprogramme der Medizinischen Fakultät Zürich. 33% benutzen medizinische Internet-Lernprogramme von Drittanbietern, mit zunehmender Verwendung über die Studienjahre (von 27 auf 54%). 5.5 % der Antwortenden benutzen keine Lernprogramme.
Zürich, 2003: 80 % verwenden medizinische Lernprogramme auf CD-ROM, 73 % die Module der Virtuellen Ausbildungsplattform Medizin (VAM), 51 % weitere Angebote der Medizinischen Fakultät.
Deutschland, 2002: 13 % nutzen mehr als ein Mal pro Semester WWW-Lernprogramme, 48 % nutzen mehr als ein Mal pro Semester CD-ROM Lernprogramme.
Bern, 1999: 18% verwenden das Internet zu Lernzwecken "häufig" oder "ab und zu". Die Nutzung medizinischer Ressourcen im Internet nahm mit den Studienjahren zu. Im 1. Studienjahr hatten 24 % "ab und zu" medizinische Inhalte im Internet angeschaut; im 5. Studienjahr insgesamt 50 % "häufig" oder "ab und zu".
Wie in Abbildung 7 gezeigt, wird VAM in der ersten beiden Studienjahren von fast allen Studierenden benutzt (> 91%). Vor allem in den Prüfungsjahren (1., 2., 3. und 6. Studienjahr) wird VAM intensiv genutzt.

Abbildung 7: Benutzung der Virtuellen
Ausbildungsplattform Medizin (VAM).
Die drei am häufigsten verwendeten Angebote in der Vorklinik sind "Anatomie des Bewegungsapparats", der "Interaktive Atlas Histologie" und "Zoologie für Mediziner", in der Klinik "Frauenheilkunde", "Dermatologie" und "Differentialdiagnose Innere Medizin".
In den Freitext-Antworten wird VAM als Portal für die elektronischen Lehrangebote der Medizinischen Fakultät Zürich angesehen. Darum wäre es wünschenswert, dass möglichst alle Fächer auf VAM repräsentiert sind.
Vorgeschlagen wird, VAM vermehrt als einheitliches "Schwarzes Brett" für allgemeine Studien-Informationen zu nutzen und so die bislang verstreuten Informationen auf diversen Instituts- und Klinik-Homepages zu vereinen.
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Die Frage nach grundsätzlicher Einschätzung von E-Learning wird von 33 % mit "sehr positiv" und 46 % mit "eher positiv" beantwortet. 16 % finden E-Learning grundsätzlich "eher negativ" und 3 % "sehr negativ" (Abbildung 8).

Abbildung 8: Einstellung zu E-Learning.
Es gibt eine klare Korrelation zwischen der Häufigkeit der Internet-Nutzung und der positiven Beurteilung von E-Learning. Von den Studierenden, die täglich das Internet benutzen, beurteilen 86 % E-Learning als grundsätzlich "positiv"; von den Studierenden, die es 1 - 2 x pro Monat benutzen, nur 47 %.
Zürich, 2003: 80 % stehen dem E-Learning insgesamt positiv gegenüber.
Deutschland, 2002: Zur Aussage "Ich finde multimediale Lernprogramme für mein Studium nützlich" antworteten ca. 45% positiv ("trifft völlig zu" und "trifft zu"), ca. 27 % negativ ("trifft nicht zu" und "trifft gar nicht zu"); ca. 28 % antworteten mit "weder noch".
Bern, 1999: Der Aussage "Die Idee vom Teleteaching, dem Lernen via Internet, begeistert mich" stimmten nur 32 % (1. Studienjahr) bis 57 % (5. Studienjahr) zu.
Angesichts der überwiegend positive Haltung gegenüber E-Learning gibt die Antwort auf der Frage "Sollte man zugunsten von E-Learning-Selbststudium den Anteil an Frontalvorlesungen reduzieren?" ein interessantes Bild: Insgesamt 68 % der Studierenden lehnen eine Reduktion der Frontalvorlesungen ab (37 % Ablehnung, 31 % völlige Ablehnung). 21 % stimmen einer Reduktion der Frontalvorlesungen zugunsten von E-Learning Selbststudium zu und 8 % geben eine "völlige Zustimmung" (Abbildung 9).

Abbildung 9: Reduktion von Frontalvorlesungen zugunsten von E-Learning
Die Anzahl der Studierenden, die einer Reduktion der Frontalvorlesungen zustimmt, nimmt über die Studienjahre zu (von 18 % im ersten auf 36% im 6. Studienjahr).
Die Interpretation dieser Antwort ist nicht leicht. Dies kann heissen, dass die Vorlesungen so gut sind, dass sie nicht ersetzt werden sollten. Andererseits kann es gut sein, dass die Studierenden am liebsten selbst ihr bevorzugtes Lern-Medium auswählen wollen und deshalb eine breite Palette (inklusive Vorlesungen) wünschen.
Auf die Frage nach den wichtigsten positiven Aspekten von E-Learning werden am häufigsten (1) die Zeitunabhängigkeit, (2) die Selbsttest-Möglichkeit und (3) ausdruckbare (Vorlesungs-) Unterlagen genannt (siehe Tabelle 3). Auffallend häufiger erwähnt in den ersten beiden Studienjahren ist die "elektronische Kommunikation mit Dozierenden".
In den Freitext-Antworten kommt Folgendes zum Ausdruck: Die unbestrittenen Stärken von Online-Modulen seien die Möglichkeiten, animierte und dreidimensionale Präsentationen sowie anspruchsvolles Bildmaterial zu betrachten. Die interaktiven Möglichkeiten wie Prüfungsfragen mit kommentierten Antworten zur eigenen Lernkontrolle und die schnelle Aktualisierung von Unterlagen werden als weitere Vorteile des E-Learning betrachtet.
Unter den negativen Aspekten werden die folgenden Nachteile und Befürchtunge am häufigsten genannt: (1) "zu viel Lesen am Bildschirm", (2) "Reduktion von klinischen Kursen oder Vorlesungen mit Patienten", und (3) "Reduktion von Kontakt mit Kollegen" (siehe Tabelle 3).
Aus den Freitext-Antworten geht folgendes hervor: Da Lernen und Lesen am Bildschirm ermüdend ist, druckt die Mehrheit der Studierenden die Texte aus. Dies bedeutet, dass die Projekt-Autoren eigentliche Druckversionen zur Verfügung stellen müssen, was mit den aktuellen Software-Modulen einfach zu realisieren ist. Die schriftlichen Unterlagen sollten vor der Vorlesung zur Verfügung stehen, damit während den Lektionen damit gearbeitet werden kann; dies gilt sowohl für Online-Dokumente als auch für ausgedruckte Vorlesungsunterlagen.
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Wichtigste positive Aspekte: |
Wichtigste negative Aspekte: |
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Generell werden traditionelle Skripten, die zu Semesterbeginn oder im Studentenladen gekauft werden können, vorgezogen. Gründe hierzu sind die geringeren Aufwendungen (im Vergleich zu den eigenen Toner- und Download-Kosten) und die bessere Druckqualität von Skripten. PowerPoint-Unterlagen leiden häufig an schlechten Farb-Kontrasten für den eigenen Graustufen-Ausdruck, und sie sind ohne Erläuterungen des Dozenten nicht brauchbar, im Gegensatz zu ausformulierten Skripts.
Für E-Learning-Module mit grossen Datenmengen werden die ZIP-Kompression oder der Verkauf auf CD-ROM vorgeschlagen.
Deutschland, 2002: Folgende Punkte werden von mehr als 50 % der Befragten als "Probleme, die der häufigeren Nutzung von Lernprogrammen im Weg stehen" angesehen:
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Für die strategische Weiterentwicklung von E-Learning an der Medizinischen Fakultät Zürich sind Kenntnisse über Erfahrungen und Einstellung der Studierenden sowie über die private und universitäre Computer-Infrastruktur essentiell.
Fast alle Studierenden (96%) haben zu Hause Zugang zu einem Computer mit Internet-Anschluss, 2/3 davon aber mit langsamen und zeitabhängigen Verbindungen (Analog-Modem und ISDN). Das meist benutzte Betriebssystem ist Windows (90%) in Kombination mit den MS Internet Explorer (82 %).
Da nicht alle Studierenden über schnelle, zeitunabhängige Internetverbindungen verfügen, sollen umfangreiche Datenmengen für das Internet in kleinere Pakete aufbereitet werden oder auf CD-ROM angeboten werden. Die E-Learning-Angebote sollten plattformübergreifend und standardkonform entwickelt werden.
Etwa die Hälfte der Studierenden benutzt wöchentlich öffentliche Computer-Arbeitsplätze. Während im Universitätscampus Zürich-Irchel (1. und 2. Studienjahr, "Vorklinik") nur 1/3 der Studierenden mehr öffentliche Computerarbeitsplätze wünscht, vermissen 3/4 der "Kliniker" (3.-6. Studienjahr) genügend Arbeitsplätze im Bereich des Universitätsspitals Zürich.
Zur Behebung des PC-Arbeitsplatz-Mangels sollten im Universitätsspital mehr öffentliche Computer-Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt werden. Die Installation eines Wireless LAN (WLAN) wäre eine andere Möglichkeit. Die Software-Ausstattung sollte mit aktueller Präsentations- und Bildbearbeitungssoftware erweitert werden.
Fast alle Medizinstudierenden benutzen das Internet wöchentlich (95%) und verwenden E-Mail (99 %). Im 1. Studienjahr verwenden ca. 40 % der Studierenden das Mail-System "UniAccess" der Universität Zürich.
E-Mail könnte als kostengünstiger und zeiteffizienter Kommunikationskanal für Studienangelegenheiten verbindlich eingesetzt werden; durch Umleitung vom UniAccess E-Mail auf private E-Mail-Adressen sind grundsätzlich alle Studierenden erreichbar.
E-Learning wird grossmehrheitlich begrüsst (33% sehr positiv, 46% eher positiv), der Einsatz zu Lasten von Frontalvorlesungen aber deutlich (68%) abgelehnt.
Die curriculare Einbettung muss also als Ergänzung traditioneller Lehrformen erfolgen: Vertiefung, Visualisierung, Selbsttest-Möglichkeiten und Interaktives Lernen sowie aktuelle Vorlesungsunterlagen. Letztere werden meist ausgedruckt, da Lesen am Bildschirm allgemein als mühsam erfahren wird.
Die Virtuelle Ausbildungsplattform Medizin (VAM) wird von über 90% der Studierenden genutzt, insbesondere in den Prüfungsjahren.
In ihrer Portalfunktion sollte VAM sämtliche elektronischen Lehrangebote der Medizinischen Fakultät Zürich vereinen und vermehrt als "Schwarzes Brett" eingesetzt werden.
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Cann, Alan (2001): "The Rise of the E-Student", A survey at the University of Leicester (Faculty of Medicine and Biological Sciences, http://www-micro.msb.le.ac.uk/AJC/estudent.html
Frey, Peter (1999): "Wie nutzen unsere Medizinstudierende alte und neue Medien, wo liegen ihre Vorlieben, wie ist ihr privater Computer-Zugang?", Umfrage bei Berner Medizinstudierenden 1999, http://www.aum.iawf.unibe.ch/did/for/U99/GO2.htm
Groscurth, Peter (1999): "Sobotta interaktiv Bewegungsapparat, Studentenevaluation am Anatomischen Institut der Universität Zürich" und "Evaluation CD Virtuelles Mikroskop 2.0"
Groscurth, Peter, und Käser, Lorenzo (2000): "Umfrage zur Computer-Infrastruktur der Medizinstudierenden im 1. Jahreskurs" Anatomisches Institut, Universität Zürich
Rosendahl, Jenny (2002): "Internetbefragung: Multimediales Lernen in der Medizin" Freidrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Medizinische Psychologie, http://www.uni-jena.de/~s6roje/befragung/begin.html
Zedi, Roger (2003): "Die Vormacht der Swisscom ist ungebrochen", Tages-Anzeiger, 19.5.2003, http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/wirtschaft/279825.html
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Wir danken Dr. Wolfgang Gerke (Studiendekanat der Medizinischen Fakultät) sowie Dr. des. Schewa Mandel und Peter Meurer (E-Learning Center) ganz herzlich für die kritische Durchsicht und die wertvollen inhaltlichen und stilistischen Anregungen zum Fragebogen und zu diesem Bericht.
Unser Dank geht auch an die Medizinische Fakultät und ans E-Learning Center der Universität Zürich für die Finanzierung von Druck, Versand und Auswertung der Fragebogen.
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Dateien im PDF-Format brauchen zur Anzeige den Adobe Reader, kostenlos erhältlich bei Adobe.
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© 2004 - Alle Rechte bei den Autoren (Lorenzo Käser, Annette Langedijk, Thomas Lüthi).
Veröffentlicht im Mai 2004. Letzte Änderung: 21.05.2004